Im Rahmen einer Erasmus+-geförderten Mobilität sind 13 Schüler der spanischen Schule IES Santa María del Águila eine Woche lang bei ihren Partnern der Alexander-von-Humboldt-Schule Aßlar zu Gast gewesen. Im Mittelpunkt des Projekts stand das Thema „Mit dem Fahrrad unterwegs: Chancen, Grenzen und Möglichkeiten“. Ziel war es, die eigene Mobilität kritisch zu reflektieren, Potenziale nachhaltiger Fortbewegung zu erkennen und Hindernisse im Alltag bewusst wahrzunehmen. In der Auseinandersetzung mit dem eigenen Fahrradgebrauch wurde deutlich, dass dieses Verkehrsmittel zwar Vorteile wie Umweltfreundlichkeit, Flexibilität und Gesundheitsförderung bietet, im Alltag jedoch nicht immer genutzt wird. Gründe hierfür sind unter anderem mangelnde Verkehrssicherheit, unzureichende Infrastruktur oder individuelle Gewohnheiten.
Während der Austauschwoche dokumentierten die Teilnehmenden positive und problematische Aspekte der Fahrradmobilität im Straßenverkehr und reflektierten diese. Exkursionen nach Wetzlar, Gießen und Köln eröffneten neue Perspektiven auf urbane Mobilität. In Gießen wurde im Rahmen eines Erdkunde-Workshops der dortige Verkehrsversuch analysiert, der innovative Ansätze zur Verkehrsberuhigung und Förderung des Radverkehrs verfolgt. In Köln erhielten die Schüler bei einer Stadtführung Einblicke in den Wandel der Mobilität im Laufe der Zeit und die Herausforderungen moderner Stadtplanung.
Ein besonderes Highlight war der gemeinsame Fahrradausflug über den neuen Radweg der Stadt Aßlar. Begleitet wurde die Gruppe von Bürgermeister Christian Schwarz, der nicht nur regionale politische Hintergründe erläuterte, sondern auch an der Tour teilnahm. Die Tour wurde erst durch die im Rahmen der neu etablierten „Bike School“ angeschafften Fahrräder möglich, mit denen die spanischen Gäste ausgestattet wurden. Bürgermeister Schwarz betonte die große Bedeutung interkultureller Begegnungen in einer Zeit, in der Konflikte und Spannungen weltweit zunehmen. Passend zum Fahrradausflug wurde in der Schule ein Experiment aus der physikalischen Chemie durchgeführt: Anhand von Zitronen wurde die Leitfähigkeit untersucht, um die Funktionsweise von Batterien – wie sie auch in E-Bikes verwendet werden – anschaulich zu erklären.
Bei der abschließenden Reflexion wurden die zuvor aufgenommenen Fotos mithilfe digitaler Bildbearbeitung verändert, um Visionen für eine fahrradfreundlichere Verkehrsgestaltung zu entwerfen. So entstanden eindrucksvolle Bilder, die zeigen, wie Straßen für Fahrradfahrer sicherer, attraktiver und nachhaltiger gestaltet werden können.
Die Austauschwoche, die mit einem Grillfest in der Schule endete, zeigte, wie praxisnahes Lernen, interkultureller Austausch und aktuelle gesellschaftliche Themen miteinander verknüpft werden können – und wie das Fahrrad dabei zum Symbol für nachhaltige Zukunftsperspektiven wird.









