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Schüler reißen auf internationalem Parkett Mauern ein

„Another Brick in the Wall“ - so das diesjährige Thema der Model-United-Nations-Konferenz am Stedelijk Gymnasium im niederländischen Leiden. Zum 30. Mal jähren sich in diesem Jahr Mauerfall und Wiedervereinigung; entsprechend wählten die Organisatoren der Konferenz diese berühmte Textzeile von Pink Floyd als Motto.

In dem Bewusstsein, nicht nur „Another Brick in the Wall“ zu sein, also nur ein weiteres Rädchen im Getriebe, debattierten 13 Schülerinnen und Schüler der Alexander-von-Humboldt-Schule Aßlar und der Wetzlarer Goetheschule zusammen mit zahlreichen anderen politikinteressierten Jugendlichen drängende Themen der Weltpolitik. Individualität und Kreativität, aber auch Teamwork, Kompromissbereitschaft und gute Ausdrucksfähigkeit zählten zu den geforderten Kompetenzen, die Grundlage einer diplomatischen Verhandlung sind und von den 14- bis 19jährigen im Laufe der Konferenz erlernt und weiterentwickelt wurden.

„Model-United-Nations“ ist eine englischsprachige Simulation der Vereinten Nationen, im Rahmen derer Jugendliche als Delegierte die Positionen der UN-Mitgliedsländer einnehmen und in simulierten Komitees im authentischen Debattenmodus Resolutionen erstellen und debattieren. Argumente werden ausgetauscht, es wird um Kompromisse gerungen.

Nach Rückkehr aus den Niederlanden berichteten die Jugendlichen, die von ihren Lehrerinnen Eva Korobow und Christiane Block begleitet wurden, dass sie nicht nur ihre Englischkenntnisse verbessert, sondern auch ein viel tiefgreifenderes Verständnis für internationale Politik und besonders die Vereinten Nationen entwickelt hätten. Darüber hinaus bot die Konferenz den Teilnehmern die Möglichkeit, neue Kontakte zu Schülern aus der ganzen Welt zu knüpfen, kamen die anderen Delegierten doch u.a. aus Kanada, dem Libanon, Schweden, Portugal oder Griechenland.  

Genauso vielfältig wie die Herkunftsländer der Teilnehmer waren aber auch die Länder, die die Schüler aus Aßlar und Wetzlar dieses Jahr repräsentieren durften, wie zum Beispiel Österreich, Djibouti, Nicaragua oder Senegal. „Es ist eine spannende Herausforderung, die Position eines Landes zu vertreten, dessen Kultur und Politik der eigenen vertrauten Haltung so fern ist“, meinte eine Goetheschülerin. Diesen Perspektivwechsel üben die Jugendlichen regelmäßig in ihren schulischen Arbeitsgemeinschaften, im Rahmen derer sie sich im Vorfeld der Konferenz auch auf das Präsentieren, Verhandeln und Verteidigen ihrer selbst erarbeiteten Ansätze vorbereitet hatten.

„In Leiden konnten nicht alle Mauern eingerissen werden, die die Staaten dieser Welt trennen, aber „Model-United-Nations“ ist auf jeden Fall ein weiterer Schritt auf dem Weg, uns Jugendliche auf weltpolitische Probleme hinzuweisen und Perspektiven für die Zukunft zu entwickeln“, resümierten die Humboldt- Schüler Hannah und Alexander, die zum ersten Mal an einer internationalen MUN- Konferenz mitwirkten.